Der Zauber der Neuen Welt: Reise und Magie im 16. Jahrhundert

by Gerhild Scholz Williams
Citation
Title:
Der Zauber der Neuen Welt: Reise und Magie im 16. Jahrhundert
Author:
Gerhild Scholz Williams
Year: 
1992
Publication: 
The German Quarterly
Volume: 
65
Issue: 
3/4
Start Page: 
294
End Page: 
305
Publisher: 
Language: 
English
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Abstract:

GERHILD SCHOLZ WILLIAMS

Washington University

Der Zauber der Neuen Welt: Reise und Magie im 16. Jahrhundert*

Die friihneuzeitlichen Entdeckungsreisen dienten religiosen, politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zwekken. 1 Die Konfrontation mit dem Neuen, demUnbekannten,demganzAnderen,iiber die man berichtete, fand sehr schnell ihren Weg in den Druck. Sie gab AnlaB zur Produktion von Briefen, Reisebeschreibungen undTagebiichern,derenAutorendie'Wahrheit,"wie sie sie gesehenodergehorthatten, wiedergebenwollten. Reiseberichteerschienen auch als Struktur-und Unterhaltungselement infiktionalen Texten.2 DieVerbreitung der Nachrichten aus den und iiber die neuentdeckten Regionen erfolgte zuerst hauptsachlich sprachlich und im Buchdruck; abgesehen von einigen zeitgenossischen Skizzen, prasentierte sich die Neue Welt erst gegen Ende des Jahrhunderts in dervielbandigenReisegeschichteder Familie de Bry einem breiteren Publikum im Kupferstich.f

Meine Aufmerksamkeit gilt hier ganz besonders der Frage, aufwelche Weise das traditionelle Wissen iiber die magischen Kiinste und die tiefsitzenden, durch das Hexenwesen hervorgerufenen Angste den betrachtenden Blick kontrollierten und die Interpretationendes friihneuzeitlichen, anfanglich fast ausnahmslos mannlichen BeobachtersundBerichterstatters, unddamit die seinesPublikums,beeinflul3tenundpervertierten, undwie sie bis heute unsereVorstellungvondem Kontakt und vonder Konfrontation Europas mit Amerika bestimmt haben.

1m Kontext der Entdeckungsreisen spielte die Magie als friihneuzeitliche Wis

senschaft eine Doppelrolle: sie lieferte die sprachlichen Mittel und Vorstellungsmoglichkeiten, d.h. die Zeichensysteme zum Studium und zur Beschreibung seltsamer Pflanzen und Tiere; sie stellte aber auch die mentalen Kategorien zur Einordnungwunderlicher Brauche und Gebaren der Eingeborenen. Aus derVergangenheitiiberlieferte Arkana gewannen zeitgenossische Relevanz, wenn kampfesharte Gliicksritter wie Philipp von Hutten in Briefen nach Hause wiederholten, was viele Mythographen, Historiographen, Entdecker und Abenteurer vor ihnen als wahr akzeptiert hatten: aus glaubwiirdigen Quellen und durch Augenzeugenberichte hatte man von der Existenz der Amazonen gehort, von hundskdpfigen Menschen, von Menschen, die nie sterben, und vom Eldorado, dem Land unersehdpflicher Schatze.4 Unbekannte Pflanzen, Steine und Metalle wurden wichtig fur die MedizinunddieAlchemie. SexuelleVerhaltensweisenundreligioseRituale erschienen den Entdeckern geheimnisvoll, ja teuflisch und wurden ihnenund dem Leserpublikum in derHeimatoft nurim Kontextmagischer Erklarungsmodelle verstandlich; und vom ersten Schritt an, dendie Europaer aufdem Neuen Kontinent machten, erleichterten humanistische Herkunftsmythen es ihnen, diese neuen VOlkerin ihr Weltverstandnis ein-und ihrem Eroberungswillen unterzu

ordnen.

1m Mittelpunkt meiner Untersuchung stehen hauptsachlich, doch nicht ausschlieBlichdie ReisebeschreibungenvonVespucci undde Lery vom Anfangund aus der Mitte des 16. Jahrhunderts sowie, als Bei-

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65.3--4 (Sununer-Fall1992)

spiel einer fiktionalen Reise, die Teufelspaktgeschichte des Faustschiilers Wagner und ihre Quelle Benzoni. In diesem Zusammenhangwirdauchaufde Brysgraphische Darstellungen der Entdeckungsreisen, besonders aber aufdie von Benzonis Historia del Mondo Nuovo (Band IV) zu verweisen sein; dennsie trugenamEndedesJ ahrhunderts maBgeblich zu derVerbildlichung der europaischen Amerikaerfahrung bei,6 Wir werden sehen, daB die Wort-und BildsprachederMagieunddes Hexenwesensin ihrer Konfrontation mit Entdecktem und zu EroberndemdenWandelmentalerStrukturen auf beiden Seiten des Atlantiks zur Folge hatten-einen Wandel, der zur Zerstorung von Menschen und Kulturen, aber auch zu einer sentimentalen "noble savage"-Attitiide wesentlich beitrug,?

Geschichten iiber Reisen und Wunder, iiber die Schreckender Kriege und der Zauberer und Hexen verbreiteten sich zu allen Zeiten sehr schnell. In der friihen Neuzeit halfder Druckdabeierheblich.f Der Horer/ Leser hatte das Gefiihl, in der Fremde dabei zu sein, ohne das Vertraute verlassen zu miissen; man horte das Schreckliche, fand in dem Fremden und Furchterregenden Erbauung und prickelnde, spannende Unterhaltung, wahrend man sich durch die Entfernungverschont und beschiitzt sah. Auch mischten sich die Berichte aus dem fernen Amerika im friihneuzeitlichen Europa mit Sensationsmeldungen aus nachster Nahe; man hdrte mit Grauen von den Religionskriegen, und gegenEnde des J ahrhunderts, mit den in den "neuen Zeitungen" verbreitetenNachrichten,tiber Hexenprozesseund -verbrennungen. In ihren Amerikaberichten bemiiht, das ganz Neue, das ganz Andere in Worte zu fassen, spiegelten die Berichterstatter die Erfahrungen wider, die sie in Europa zuriickgelassen hatten: Columbus und Vespucci, Las Casas und Schmidel, Staden und de Lery; doch auch der Wagnerbuchautor, der einen GroBteil derHistoria del Mondo Nuovo des Girolamo Benzoni in seine Teufelspaktgeschichte eingearbeitet hatte, sahen das Neue im Kontext des Alten in einer Mischung von Entsetzen und Wunder, aber auch mit wissenschaftlich-ethnographischem Interesse.9 Friihneuzeitliche Vorstellungen von Magie, von Hexen und Teufeln und von Geschlechterdifferenz ermoglichten es den wirklichen und den fiktionalen Berichterstattern, die Wunder der Neuen Welt in der vertrauten Sprache friihneuzeitlicher Ddmonologie und Kosmologie dem Betrachter verstandlich zu machen, andererseits jedoch auchderenExotikimVergleichmitden bekannten gesellschaftlichen Verhaltensmodellen hervorzuheben.

Imaginierte und erlebte Reisen standen zueinander in ungebrochenem intertextuellen Verhaltnis, Es wird behauptet, ist aber nicht bewiesen, daB Kolumbus mit einem Exemplar von Mandevilles Reisen in der Seekiste nachWesten segelte; Bartolomede Las Casas edierte das Logbuch des Kolumbus. Benzoni stiitzte sich vor allem aufdie Berichtevon Kolumbus, Las Casas,Vespucci und de Lery; der Wagnerbuchautor wiederum benutzte Benzoni als Vorlage fur seine fiktionale Reise in die Neue Welt, die dem Leser neben Reiseberichten auch Magisches und Satanisches bot.I O Sein Text unterscheidet sich wenig von den Reiseberichten seiner Zeitgenossen. Die kunstvoll detaillierten Kupferstiche von de Brys Geschichte der GrofJen Reisen (1590-1634),

veroffentlicht fast hundert Jahre nach Kolumbus'ersterReise, stiitztensichaufviele Quellen, unter anderem auch aufBenzonis Werk. DeBrysmonumentalesBildwerkwar das Resultat eines kiinstlerisch-wissenschaftlichen Synkretismus, der die Information des voraufgegangenen Jahrhunderts geographisch, historisch, literarisch und kulturell synchronisierte und den neuenErdteil und seine Bewohner dem Europaer der zeitgendssischen Asthetik entsprechend, jedoch keinesfalls ''realistisch'' vorstellte.U

Das Fremde und das Exotische hatten die BerichterstatterschonausdenSchriften dergriechischenund rdmischenAntikeund aus dem Mittelalter iibernommen. Nun

wurden auch diese Quellen mit erneutem Interesse ediert und kommentiert; sie liefertendem 16.Jahrhundertdie Spracheund das Zeichenreperloire zur Schilderung des Neuen und des Fremden, das von drauBen in der Form von Reisen und in den alten Liindern als Magie und Hexenverfolgung den Menschen gegeniibertrat, sie verangstigte, aber auch faszinierle. Am Ende des Jahrhunderts spitzten sich die Diskurse zu und artikulierten das extrem Andere, ob nun Hexen oder Wilde, in einer Reihe von Dichotomien: primitiv-zivilisiert, Nacktheit-Bekleidetsein, OrnamentierungReprasentation, Dahinleben/Feiern-Arbeit. Diese polaren Gegensatze bildeten als Ausdruck kulturellen Unveretandnisses den Hintergrund, vor dem die einander fremden Kulturen und die einander feindlichen Machte aufeinanderprallten.P Zauberer und Hexen erschienen als interne feindliche Kriifte; entfernte Kulturen und fremdeVolker,nahegebracht durch die Entdecker, stellten die Machte von auBen und deren bedrohliches Konfliktpotential dar. Zusammengenommen artikulierten beide Diskurse nicht nur den unvermittelten Zusammensto.B einanderfremd gegeniiberstehender Kulturen oder antagonistischer sozialer Gruppen, sondern auch die geistige Reaktion auf diesen unerwarteten und oft unerwiinschten Kontakt. Sie lieferten die Sprache der Berichterstattung, und-bedeutend wichtiger-interpretierten im Gestus des Berichts zugleich die beschriebenen Erlebnisse.

Unter Diskurs verstehe ich zwei Dinge: Diskurs ist einerseits das Mittel textlicher und semiotischer Ubernahme und Verbreitung(transmission) undandererseitsdie Interpretation, die Deutungdes Ubernommenen oder, wie Ritchie Robertson in der Einfiihrung zu UrsBitterlisCultures in Conflict schreibt, "thephenomenologyoftheencounter (women and men)" und "the intellectual reflection on the encounter (men on women)."13Diskurs meint nicht nur Gesprochenes und Geschriebenes, sondern das ganze Zeichensystem einer Kultur. Zum Diskurs

gehdrt zum Beispiel auch die Funktion von Bekleidet-oder Nacktsein sowie die Handhabung von Instrumenten, die den Menschen bedrohen, also etwaWaffen oder Folterwerkzeuge, auch wer sie benutzte oder benutzen durfte und wer ihre Wirkung interpretierte. Bei den rituellen 'I6tungs-und Verspeisungsfesten der Tipunamba Brasiliens konnte das Opfer nur von einem bestimmtenMannundmiteinembestimmten Instrument, einer zu diesem Zweck angefertigten und dekorierten Keule, getdtet werden.14Die NadelprobeoderdasMaBder Folter bei der peinlichen Befragungspielte sich ebenfalls unter Aufsicht und Mitwirkung von besonderen, dafiir vorgesehenen ''Meistern'' abeWenn die Sprache als Erklarungs-und Ordnungsinstrument nicht weiterfiihrte, interpretiertenderEroberer/Entdecker und der Inquisitor den Kdrper des Wilden oder der Hexe, um die neuen Zeichen-Haartracht, Bemalung, Sehdnheit, HaBlichkeit oder Muttermal-auf der Grundlage eines vertrauten, traditionellen Zeichensystems zu entschliisseln. Der anfanglichen allgemeinen Beschreibung von Landschaft und Eingeborenen folgten in den meisten Fallen sofort Berichte iiber Gruppendynamikund, besonders aufmerksam beschrieben, iiber die sexuell-sensuellen Verhaltensweisen der so ganz anderen, fremden Menschen. Es erstaunt uns nicht, daB die Entdecker-Seefahrer, Eroberer, Kaufleute, Beamte-als Manner immer wieder von der sexuellen Unbefangenheit, ja Begierde der eingeborenen Frauen sprechen. Auch derenFahigkeit,scheinbarohne viele Schwierigkeiten ihre Kinder zu gebaren und trotz Schwangerschaft nichts von ihrer kdrperlichen Jugendlichkeit und Straflheit zu verlieren, wird des ofteren·mit Erstaunenvermerkt.AufderGrundlagedes generell negativen friihneuzeitlichen Frauenbildeswurdendie FrauenderNeuenWelt als "grosseBulerin/auchgarfreundlich/vnd amLeib/als mich bedunckt/sehrhitzig"kategorisiert.15 Der deutsche Landsknecht Ulrich Schmidel aus Straubing gab damit eine Auffassung wieder, die schon Vespucci

mehrere Jahrzehnte zuvor geauBert hatte, als er schrieb:

Vnd wider aile menschliche glaubung / Das ir frawen die eben geliistig vnd gayl seind / vnd iren manen machen das inen ire peiich geschwelen in solcher vber mestung das sie vngestalt vnnd schmechlich erscheinen vnd dz than sie mit etwas funden vnd zunahmung etlicher gyfftiger thieren / Vnd von solcher sach geschicht clas inen viI ir gemecht verlieren die inen von mangels wegen der artzney faulen und beleyben on gemecht.16

Diese ungeziigelte Lust war bedrohlich. DennwennVespucciberichtete,daBdie eingeborenen Manner Gefahr liefen, ihren angeschwollenen Penis zu verlieren und so zu Eunuchen zu werden, so war dies dem Europaer nicht unvertraut: schon der Malleus Malefica;rum hattedenHexenderAlten Welt nachgesagt, sie seien imstande, den Mannern das Glied wegzuzaubern: ", . . daher kdnnen sie auch die Glieder der Manner wahr und wahrhaftig weghexen

,,17 Manchen Entdeckern erschienen die alten eingeborenen Frauen ebenso verdiichtigwie die Hexen, die sie in der Heimat zuriickgelassen hatten, In Druck und Bild ahneln die alten Tupifrauen den Hexen besonders in ihrer HaBlichkeit wie auch darin-e-eo Jean de Ury-, daf sie ganz besonders gierig aufMenschenfleisch waren:

1st das geschehen [die kurze Trauergebarde], stellen sich die anderen Frauen -besonders die alteren (sie sind namlich weit mehr aufMenschenfleisch erpicht als die jungen und drangen standig, daB die, die Gefangene gemacht haben, sie so bald wie moglich toten lassen)-mit schon bereitgehaltenem heiBen Wasser ein.18

Auch Kannibalismus ist-so zu lesen im MalleuB-typisch fUr Hexen:

. . . wei! jemand, als er sein Kind aus der Wiege verioren hatte, durch Aufpassen zu niichtlicher Weile eine Versammlung von Weibem gesehen und wahl gemerkt hatte, daB sein Knabe getotet, das Blut geschliirft und er dann verschlungen

wurde.19

Die jungen Frauen und die Manner der Tupinamba, die-so sehen wir es in de Brys Kupferstichen-die Gefangenen lustvoll, aberauch mit rituellgebandigtem Dekorum verspeisen, erscheinen in Bild und Wort wesentlichpositiverals die alten Frauen, die das Fleisch gierig verschlingen und sich dabei die Finger liistern ablecken. De Bry bannte geradediesenUnterschiedsinnfallig aufdie Kupferplatte: sehdne, wohlgeformte junge Tupi-Frauen stehen neben dem Grill mitMenschenfleischundhaltenelegantihre Speise in der Hand; daneben sehen wir eine haBlicheAlte, die gieri~rach dem herunterlaufenden Sail hascht.

Die Dichotomien von Kleidung und Nacktheit, von Sprache und Sprachlosigkeit, von politischer und gesetzlicher Ordnung und orgiastischem, endlosem Feiern oder auch Kriegfiihren: diese Gegensatze, in denendasganzAndere, das Fremde, zum Ausdruck kam, leiteten einen Konflikt ein, der nur durch vollige Umerziehung oder Ausrottung behoben werden konnte. Wie die angeblichen Hexen der Alten Welt unentrinnbar in den Anklagediskurs der Inquisition gerieten, so war den Eingeborenen, zumindest anfanglich, jeder Ausweg versperrt: die Grundlage fUr gegenseitiges Verstehen oder ein zumindest ansatzweise geteiltes Realitatskonzept fehlte. 21

Als der reich gekleidete und bewaffnete Kolumbus den Eingeborenen zum ersten Male gegenuberstand, interpretierten die Neuankommlinge aus EuropaderenNacktheit und Entgegenkommen als Unschuld, Scheu und kindliche Furcht oder auch, in spateren Treffen, zunehmend als Feigheit.22 Man nahm an, daB diese Menschen sich leicht zum christlichenGlaubenbekehren lassen und willige Untertanen fur die europaische Herrschaft abgeben wiirden. Die Eroberer sahen in der Nacktheit und Kdrperhaarloaigkeitder Eingeborenenbald nicht mehr, wie anfanglich so oft, die Unschuld des edlen Wilden, sondern eine Beleidigung der eigenen kulturellen Uberlegenheit, ein Zeichen eingeborener Abartigkeit, Unkultur und iiberhaupt niedriger zivilisatorischer Stellung. Christliche Bekehrung und soziale Belehrungsetzten Bekleidung voraus,

Bei den Hexenprozessenhatte Kleidung eher einen negativen Stellenwert: der ausschlieBlich mannlichen Justiz ausgeliefert, wurde die Hexe oft zu Beginn des Verhors entldeidet; auch wurde ihr das Kdrperhaar abgeschoren. Die Nacktheit der Hexestellte einerseits einschreckenerregendes Zeichen von Hilflosigkeit und Scham dar und andererseits, ahnlich wie bei der Konfrontation mit den eingeborenen Frauen, deren vollkommenes Ausgeliefert-und Beherrscht.. seineWenndie NacktheitderEingeborenen Zivilisations-und Kulturlosigkeit signali.. sierte-sie waren nicht nur kdrperlich nackt, sondern auch barjeder Kultur, jedes Gesetzes undjeder echten Religiositat-, so bedeutete Nacktheit fur die als Hexen an.. geklagten Frauen das Heraustreten aus dem schiitzendenKreis des kirchlichen und des sozialen Standes-und Beziehungsnetzes, Darin sind sich die Eingeborenen und die Hexen gleich: beide waren ausgeschlossen aus der Vergebung und Erlosung verheiBenden Christenwelt und so dem Teufel ausgeliefert.

Und fiir beide gab es kein Entkommen: Eingeborene und Hexen wurden Opfer der europaischen, der mannlichen Aggression, die in der Sprache, in den Legalismen, in dem administrativen Jargon und in den Handlungen der Entdecker und der Inquisitoren zum Ausdruck kam.23 Eingeborene und Hexen waren gleichermaBen unfahig, die Sprache oder die Zeichen derer zu verstehen oder effektiv zu manipulieren, die sichdasRechtderInquisitionunddie Macht der Aussonderung, der Verfolgung und Unterwerfung anmaBten. Diese Unfahigkeit war fiir beide erst bedrohlich und dann Wdlich.

De Certeau hatte also recht, wennervor zwanzig J ahren schon betonte, daB die Hexenprozesse und die Entdeckungen neuer Lander in der friihen Neuzeit als Diskurse von der Begegnung mit dem Unbekannten vieles gemeinsam hatten. Die Bezichtigung der sexuellenAbartigkeit und des Kannibalismus sowie die detaillierten, doch zugleich sich oft wiederholenden Beschreibungen von Hexenversammlungen, Menschenfressern und orgiastischen Festen nackter Wilder spiegeln die geschlechts-und geschichtsspezifisehe Artikulation der Begegnung als Konfrontationen innerhalb und auBerhalb der Grenzen der friihneuzeitlichen Kultur und Mentalitat wider.

Jean de Lerys Bericht seiner Reise nach Brasilien ist exemplarisch in der Beschreibung dieses friihneuzeitlichen, in seinem FaIle auBerdem auch calvinistischen Kulturschocks. De wry reagierte neugierig, fasziniert und erschreckt aufdie Tupinamba, in deren unmittelbarer Nahe er zwei Jahre gelebt hatte. Dem EinfluB, dem Zwang seiner calvinistischen Religiositat folgend, warerals Missionar nach Brasilien gegangen, wo er eine Bleibe suchte, fernab von dem von Religionskrisen und ..kriegen geschiittelten Frankreich. Es sollte ihm nicht gelingen. Nach seiner Riickkehr, und noch bevor er seine Reiseeindriicke niederschreiben konnte, versank Frankreich im Chaos konfessioneller Gewalttatigkeit. Ausschreitungen von extremer, unvorsteIlbarer Grausamkeit, die auch vor Kannibalismus nicht zuriickschreckten und deren Zeuge er bei der Belagerung von Sancerre geworden war, fiihrten ihn zwangslaufig zu ReflexioneniiberAhnlichkeitenund Unterschiede zwischen seinen 'zivilisierten' Landsleutenundden'wilden'Tupinamba,24 Neben die Auseinandersetzung mit der NeuenWelt und ihrenneuenMenschentrat deshalb fur ihn auch immer der Disput mit dem katholischen Gegner, der schon lange vor den Calvinisten in der Neuen Welt missionierend FuB gefaBt hatte. De Lery verglichdie kannibalistischen Riten unddie religiosen Branche der Eingeborenen mit katholischem Gottesdienstritual, d.h. mit satanisehem Blendwerk, und er sah in den orgiastischen Festlichkeiten der 'fupi Widerspiegelungen der Hexenversammlungen im friihneuzeitlichen Frankreich. Urn seine audiovisuellen Eindriicke von den Feiern der 'Iupinamba moglichst wirldichkeitsgetreu darzustellen, fllgte de Lery der Ausgabe von 1585 seines Reiseberichtes eine der Demonomanie des eorciers (1580) von Jean Bodin entliehene Beschreibung des Hexensabbatsalsbesondersausdrucksvoll und wirldichkeitsnah hinzu. Er stellte fest, daB die Eingeborenen Brasiliens demselben Herrn, also dem Teufel, dienten; daB die brasilianischen Frauen und die Hexen von demselben satanischen Geist besessen seien; daf weder die Entfernung zwischen den Orten in der NeuenWelt noch die lange

Seereise den Vater der Liigen davon abgehalten hatten, hier wie driiben aufdiejenigen einzuwirken, die das gerechte Urteil Gottes ihm iibergeben habe.25

Die Geisterverwandtschaft der Alten und der Neuen Welt kam nicht von ungefahr, Man wu13te, daB der Teufel und seine Legionen sowohl die Hexen in derAlten als auch die Wilden in der Neuen Welt qualten.26 De Lery berichtete (man mochte fast sagen: mitErleichterung),dafdieAmerikaner nicht nur an das Leben nach dem 'Ibde glaubten, sondern auch die Seele fiir unsterblich hielten (281). Er stand mit seinem Urteil nicht allein. In den Illustrationen de Brys, dem der auf de Lery zuriickgehende Reisebericht als Vorlage diente, erscheinen die GeisterderTupi als vertrautechristliche Teufel.27Es wirdIdar,daBdieAngstder'Iupi vor dem Geist Aygnan, in dem de Lery den Satan der Alten Welt wiederzuerkennen glaubte, die Eingeborenen in seinenAugen weniger verwerflich erscheinen lieB als seine geistlichen Gegner, die Atheisten, im heimatlichen Frankreich.28

De Lerys Vergleich einer 'fupinambafestlichkeit mit dem ihm aus Europa vertrauten Hexensabbat macht deutlich, wie dominant die Hexenangst im friihneuzeitlichen Denken geworden war und wie dezidiert sie die Interpretation befremdlicher Begebenheiten bestimmte. Als er bei den 'Iupinamba Zeuge eines rituellen Tanzgesanges wurde, war seine Reaktion auf das

Tanzen und Singen der Manner asthetisch verstandnisvoll und einfiihlsam; auf das Verhalten der Frauen reagierte er eher schockiert, verwirrt und angespannt. Nach dem ersten Schreck iiber einen fur seine OhrenundAugen orgiastischenWechselgesangderMannerund Frauenunterscheidet erin seinemJahrespaterniedergeschriebenen Bericht zwischen seiner anfanglichen Furcht ''bei Beginn des Hexensabbats, als rich]michnoch im HausderFrauenbefand," und der groBen Freude, "hingerissen von den wohlabgemessenen ~korden einer solchen Menschenmasse [der tanzenden und singenden Manner] und von dem Rhythmus und Refrain der Ballade," die er bei dem Gesang der Manner fiihlte. 29 Er glaubte,denGesangderMannerin eine ihm bekannte Kunstform einordnen und auf dieseWeise intellektuellundasthetischverstehenzu kdnnen; nachdemdieserGradvon EinvernehmenundVerstiindnisersteinmal erreicht war, verlor er seine Furcht, und es wurdeihmmoglich, dasExotisch-Sehdne an der Szene und an dem Gesang in sich aufzunehmen. Fast nostalgisch resiimierte er Jahre spater, es habe sich ibm in der Erinnerung an diesen Gesang, den er nun nicht mehr als bedrohlich, sondern als hannonisch erlebte, das Herz zusammengekrampft (288).

Es erstaunt uns nicht, daB im Kontakt mit den Menschen der Neuen Welt die Wunschvorstellungen vom Paradies im Westen zunehmend in den Hintergrund traten; denn es hatte sich gezeigt, daf die NeueWelt nicht unberiihrtund unschuldig, sondern ebenfalls verdorben war. Der Wirkungskreis Satans und seiner Helferinnen, der Hexen, war nicht mehr nur auf einen Kontinent beschriinkt, sondern das Bose warzueinemtransatlantischen,transhistorischen Phanomen geworden. Die Erde war nun zwar auch fiir den einfachsten Seemann wirklich rund, doch dasselbe Ubel, Satan und seine Damonen, plagte die Menschen,woimmersielebten.Esgab keinEntkommen.

AmerikasEinfluB aufEuropawarin der

Tat vielfaltig, Ebenso ungehindert wie die Damonenkamen auchdie Haresienausder Alten Welt heriiber und drangen in die Herzen der Menschen des neuen Kontinents ein. Nicht nur Hexen und Hexer fanden den Weg iiber das Meer, auch die Irrlehren des Epikur und der Atheisten segeltenmit denerstenSchiffennachWesten, wie man bei Vespucci und Schmidel lesen konnte:

Sie [die Eingeborenen] essen vnnd trincken/ seindtTagvnnd Nachtvoll vnnd Tantzen auch gerne / In Summa: Sie fiihren dermassen ein Wildes rohes Epicurisch Leben / daB es nicht genugsam auBzusprechen /oder zu beschreiben ist.30

AuchJeande Lerykommentiertedes ofteren kritisch diese ganz andere Lebensweise; als Calvinist lehnte er die Sorglosigkeit, dieses, wie ihm schien, planlose Dahinleben der Eingeborenen ab, obwohl seine Bewunderung doch, wie wir gesehen haben, in dem viele Jahre spater niedergeschriebenen Bericht durchscheint. Auch hatte er einiges iiber die friihneuzeitlichen Atheisten zu sagen, in denen er eine groBere Gefahr fur die Rechtgliiubigkeit sah als selbst in den Papisten:

Die Atheisten, die schlimmer als die Teufel sind und von denen es in Europa jetzt wimmelt, haben mit den TuupinambaUlts gemein, daB sie glauben machen wollenund zwar aufeine noch bestialischere und merkwi.i.rdigere Art als die Wilden-, daB es iiberhaupt keinen Gott gibt.31

In dieser gegeniiber dem Verhalten seiner Landsleute sehr scharfen Kritik de Lerys spiegeln sich die geistlichen und sprachlichen Krisen der letzten Halfte des 16.Jahrhunderts,die die Entdeckungen,die Hexenjagden und die blutigen Religionsstreitigkeiten heraufbeschworen hatten. Beide zusammen fiihrten zu einer Darstellungskrise und damit zu dem, was Walter Haug das ''Experimentieren mit den Bedingungen, unter denen es einer narrativen Handlung mdglich ist, Sinn als konkrete gesellschaftliche Idealitat plausibel zu machen," nannte.32 Sinndeutung, so Haug, setzt ein MaB ''prinzipieller Denkbarkeit" voraus. De Leryslange nachdemGeschehen erfolgende Reflexion ist ein Beispiel fiir die Konstruktion der Denkbarkeit im Rahmen seiner Lebenserfahrungen, die ihn gezwungen hatten, Undenkbares-Kannibalismus auf heiden Seiten des Atlantiks, sinnliche Schonheit und satanische Bedrohungschreibend zu verarbeiten und damit denkbar zu machen. Die Diskurse der Entdeckungen, der Hexenprozesse und der Religionskriege waren aile eine Herausforderung an die Denkbarkeit, zu der die europaischeKulturfiihigwar;sie stelltendie Religion, die Politik, die Sozialstrukturen, die Geschichte, die Tradition und die Sprache in Frage; sie dffneten das Auge des Betrachters fur die Moglichkeit des ganz Neuen, des 'Wunders,"welches--so Stephen Greenblatt-zugleich abschreckte und faszinierte und welches einem zu Hause wie im fernen Amerika hegegnen konnte.

Realitiit und Fiktion trafen auch im Reiseteil des Wagnerbuches aufeinander. Von Kolumbus' erster Reise (1492) bis zu Wagners Reisefiktion (1593) hatte sich der geographische, intellektuelle und wirtschaftliche Horizont der Europaer dramatischgeweitet.WennFaustsichnoch im vertrauten Europa umgesehen hatte, so verfolgte sein Schuler weiterreichende Interessen. Schon der Titel-Ander theil D. Johann Fausti Historien / darinbeschriben ist Christophori Wageners / Fausti gewesenen Discipels auffgerichter Pact mit dem Teuffel / so sich genandt Auerhahn / vnnd jhm in eines Affen gestalt erschienen / auch seine Abenthewrliche Zoten vnnd possen / so er durcli beforderung des Teuffels geubet / vnnd was es mit ihm zu letzt fur ein schrechlioli ende genommen // Neben einer feinenBeschreibungderNewenlnseln / was fUrLeute darinn wohnen / was fUrFriichte darinn wachsen / was sie fUrReligion vnnd Gotzendienst habere / vnnd wie eie von den Spaniern eingenommen werden. Alles aus seinen verlassenen schrifften genommen,

vnd weil es gar kurtzweilig zu lesen / in druck verfertigt (1)-macht die Mischung vonMagie, Teufelspaktundfriihneuzeitlich wissenschaftlicher Erkundung der Neuen Welt deutlich.

DerVerfasser des Wagnerbuch,es stiitzte sichinseinemKapiteliiberWagners Reisen in die Neue Welt hauptsachlich auf die lateinische Ubersetzung von Girolamo Benzonis Papst Pius IV: zugeeigneter Historia del Mondo Nuovo, die 1565 bei Francesco Rampazetto in Venedig erschienen war. Eine erweiterte Ausgabe folgte 1572. 1m Jahre 1578 veroffentlichte der franzdsisehe Calvinist Urbain Chauveton eine lateinische Ubersetzung, eben die vom Wagnerbuchautor verwendete, der ein Jahr spater eine franzdsische folgte.33 Letztere scheint mir besonders wichtig, da Chauveton die Historia nicht nuriibersetzte, sondernseine franzdsische Version auch mit einem detaillierten Kommentar versah, der die Auseinandersetzung der Franzosen mit den Spaniern im Rahmen der Kolonisierung Arnerikas und die spanischen Aktionen zum Themahatte.34 Esistanzunehmen,daBsich der Wagnerbuchautor zum Teil nicht nur auf die lateinische, sondern auch auf die franzdsische Ubersetzung gestiitzt hat, die Josef Fritz bei seiner erschdpfenden Quellenforschung nach eigener Aussage nicht zur Handhatte (I).AufeineVertrautheitmit der franzdsischen Ubersetzung lassen zumindest Entlehnungen aus Chauvetons Einleitung und die Verbindung von Wagners Teufelspakt und Arnerika als Satans Kontinent schlieBen.35 Allerdings ergibtein VergleichmitderlateinischenUbersetzung; daB der Wagnerbuchautor den groBten Teil seinerAnleihen dieser entnommen hat.36

Chauvetons UbereetzungausdemJahre 1578beginntmitdem Renaissancetoposder Klage iiber die heruntergekommene Alte Welt und der Hoffnung auf Erneuerung im unberiihrtenArnerika.1mGeistfliegtChauveton hiniiber ins neue Indien, angezogen durch Berichte iiber Reichtum, mildes Klima und unberiihrte Kultur. Doch bald verdunkelt sich sein Blick; er sieht blutige Kriege, vertriebene, versklavte Menschen undentsetzliche Grausamkeiten.37 Wagner nimmtChauvetons'Ibposdes Gedankenfluges magisch wortlich: er fliegt auf einem Hahniiber den Ozean, urn "der innewonenden WIcker Sitten vnd gebrauche [zu] erkennen..."(92).Wasfolgt, sindAusziigeaus den markantesten Kapiteln aus Benzoni. Gleich bei der Ankunft auf Cumana begegnet Wagner einem ''haBlich, ungestalten Weib"; bei Benzoni wird sie als eine Hauptlingsfrau beschrieben; im vierten Band von de Brys GrofJenReisen erscheint dieselbe Frau derBeschreibungwortgetreu ins Bild umgesetzt. Obwohl sie nicht als Hexe bezeichnet wird, deutet die Beschreibung auf Hexenhaftes hin:

... sie war gantz nackig I ... hatt sehr lange Haar I vnd hiengen jhr die Ohrlaplein biB an die Achseln I die waren durchgraben I. .. Ihre Nagel waren sehr langI vnd die zan schwarz I das Maul weit I die NaB durchlochert I vnd hieng auch ein Ring darinnen. (93)

Der Eindruck des Hexenhaften verstarkt sich; Wagner schildert, wie das Gift fiir die Pfeile der Krieger von alten Weibern zu schwarzer Salbeverkocht wird, "ausvergifften Kreutern vnnd Thieren ... deren doch garvieIvon RauchvndDampffsterben"(97). De Lerys alte Frauen, die besonders scharf aufMenschenfleischwarenundsich Pfeifen und Floten aus den Knochen der Getoteten undVerspeistenanfertigten, habenhierihre Entsprechung. Da Satan und seine Damonen vorzeiten in die Neue Welt umgesiedelt waren, schien es verstandlich, daB die GetterdieserNeuenWeltdemSatander alten sehrahnelten: "... seltzam geformiert / Etliche haben Vogel vnnd ander scheuBliche Thier / wie wir den Teufel mahlen / mit Krawen Fiissen vnd langen Sehwantzen" (96). Bei de Bry wurden die heidnischenGOtterdesBenzoni-Textesdann zu satanischen Monstren: auf einer altarahnlichen Erhohung steht ein Ungeheuer mit vielen schrecklichen Kopfen und Schwanzen und einem Dreizack in der Hand. An Stelle des Geschlechts erscheint eine Fratze mit langer Nase, dariiber hangendeBriiste. Rechtsdaneben,ebenfalls erhoht, aber von den versammelten Indianern offenbar nicht bemerkt, sitzt ein Wesen, halb Bock, halb Mensch, mit Klaueniill3en. 1m Vordergrund sieht der Betrachter die Indianer, teils stehend, teils sitzend, Manner und Frauen, die an einer abendmahlsiihnlichen Zeremonie teilnehmen. Wie de Bry in seiner Illustration, so iibernahm auch der Wagnerbuchautor von seinerVorlage die Beschreibungdes teuflischen Gotzendienstes, des verkehrten Abendmahls,bei deminAnwesenheitdieses teufelsartigen Monstrums eine rituelle Purgation dem Brotopfer vorausging:

Wenn sie nu alle hineyn kommen sind / so nimpt jeder [Manner und Frauen] einen Stab / steckt den in den Hals / vnd macht jm ein brachen / damit anzuzeigen das sie nichts bases im Hertzen verborgen tragen / damach fallen sie auffdie Knye vnd singen ferner ander Lieder mit murmelder Stimm / da kommen noch ein hauffen andere Weiber darzu / die tragen Korb mit Brot / vnd opffern es dem Gott, DiB Brot nammen die Priester vnd theylen es auB / gleich als ein heylig Dingvnd gut Zeichen.

(97)

Dem teuflischen Abendmahl folgt die Beschreibung derWirkungdes Tabaks, dessen Rauch die Eingeborenen einatmen. Sind sie so ihrer Sinne beraubt, gaukelt der Teufel ihnenVisionenundGesichtevor,die sie nach Erwachen sich gegenseitig erzahlen, die sie interpretieren und nach denen sie sich in ihren Handlungen und Entscheidungen richten (97).

Die sexuelle Freiziigigkeit der Indianer, die von den ersten Reisenden so oft als paradiesische Unschuld gepriesen worden war, erscheint auch hier als Zuchtlosigkeit ("sie achten keiner zucht noch scham"; 97), ebenso wie die Beschreibungihrer FestlichkeitenAssoziationenmitdem Hexensabbat hervorruft:

Und wenn sie sich denn voll gesoffen haben / nimpt ein jeder ein Fraw oder Junckfraw / die naehst die best / vnangesehen ob es Mutter / Schwester oder 'Ibchter ist / vnd verbringt was jn von noten / vngeschawet offentlich am Tag / vnd auffdem Weg oder wo es sey. (105)

AuchWagnerdarfsich vergniigen: miteiner sehdnenJungfrau, die ihmeinKonigbeilegt, zeugt er eine Tochter, und zwar, wie Johann de Luna berichtet, "eine arge Zauberin" (101). Der Teufelsjiinger und die Frau aus der Neuen Welt konnten es zu nichts anderem bringen.

Wagners Beschreibungen sind, getreu seiner Benzoni-Vorlage, nicht ohne Sympathie fiir die Indianer; im Gegenteil. Die Eingeborenen warenja als HeidendenAngriffen Satans hilflos ausgeliefert. Nur die Bekehrung konnte sie retten. Diese wurde jedoch dadurch erschwert, daB der christliche Gott ihnen aufGrund der Grausamkeiten seinerVerehrer, der Christen, in diesem FaIle der Spanier, als ein baser Gott erschien. Der Wagnerbuchautor zeigt sich, seinerQueUefolgend undsprachlichaggressiv, keinesfalls zuriickhaltend in seinen antispanischen Berichten. Uber Benzoni fand nun die "Schwarze Legende"des Bartolome de LasCasas38 Eingangin dasWagnerbuch, festgeschrieben im Bilde des Spaniers, dem die Eingeborenen fliissiges Gold in den Schlund gieBen:

Wenn sie biBweylen auch die Spanier fiengen / bunden die jhnen Hand vnd FuB / wurffen sie auffdie Erden / stiessenjhnen Gold vnd Perlen vollauffins Maul / gaben jhnen also jren Geitz zuverstehen / vnd sagten / Christ friB Gold. (96)

Die Kritik an dem teuflischen Wesen der spanischen Habgier wird besonders wirkungsvoll dadurch, daB der Teufelsbiindler Wagner der Beobachter und Berichterstatter ist, Seine Seele ist verwirkt; am Ende seines Lebens erwartet ihn wie auch die unbekehrten Eingeborenen die ewige Verdammnis. Jedoch aus der Perspektive derWilden undWagnersbetrachtet,sinddie Neuankdmmlinge, die Christen, keine Menschen, keine von einem Gott erldsten oder geliebtenWesen; sie sindvielmehr Unwesen, geboren aus dem Schaum des Meeres: "denn es sey vnmiiglich / das Menschen solche wilde vnd bliitdiirstige Thiergebaren solten ..." (106).Die Legende von derdemMoorentstiegenenweiBenGottheit erfahrt ihre mythologisierende satanische Umkehrung.

In seiner Faustadaption verband der Wagnerbuchautor drei Themenkreise, die sich, wie JosefFritz nachgewiesen hat, aus vielen Quellen speisten. Die im Faustbuch so erfolgreich ausgearbeitete Teufelspaktgeschichte verband er mit einer detaillierten wissenschaftlichen Diskussion iiber schwarze und weiBe (paracelsische) Magie; hinzu fiigte er einen Reisebericht, den er dergestalt damonisierte, daB er in das Thema des Teufelspaktes hineinpaBte. Die Einarbeitung der "Schwarzen Legende" in diese Paktgeschichte erzielte ihre erzahlerische Wirkung ganz besonders durch den trockenen, unbeteiligten, lapidaren Erzahlton des dem Teufel verschriebenen Berichterstatters, der trotz aller Perversion den Spaniern an Menschlichkeit gleichwohl iiberlegen ist: er foppt die Wilden, miBhandelt sie jedoch nicht; und einmal, als er sich von der "einfaltigkeit vnd fromkeit" der Wilden geriihrt fiihlt, zieht er davon, ohne sie mit seiner Zauberei zu "vexiren" (102). Er hatte gelernt, sie zu verstehen. Hundert Jahre nachdemKolumbusdenverstandnislosen Eingeborenen dasRequerimiento verlesen und damit das Land fur die spanische Krone in Besitz genommen hatte, sprach der Wagnerbuchautor zu seinem Laienpublikum von Sprachbarrieren und der Sprachvielfalt in der Neuen Welt. Da er keine Quellen fur seine persOnlichen Reiseerfahrungen nennt, andererseits aber Wagners Geschichte als authentisch ausgibt, laBt er den Geist Auerhahn fur diesen dolmetschen: "so verstund Wagner die Sprach nit / vnd muste der Geist alles Dolmatsehen" (101). Undweiter: ceder Geistwar beyjnvnsichtbar/vndlehrtjhndie Sprach reden / sagt es im heymlich vor / vnd Dolmetschte auch daneben das er kundt fortkommen" (104). Der 'Ieufel hat auch hier, wie in den Hexenprozessen, den Wissensvorsprung; er kennt alle SprachenderWelt, kennt die Bedeutung von Schweigen und von Reden.

Die Sprachepragte entscheidenddie Reaktion der Entdecker und Eroberer aufdas Neueund die SchilderungdiesesNeuen. Sie ubernahmen zwar oft Bezeichnungen aus der Sprache der Eingeborenen fur Dinge, denen es in ihrer Erfahrung an Entsprechungen auf dem alten Kontinent fehlte, und kleidetendas Neueauch in ihre eigenen Worte und brachten es so nach Europa: die Pflanzen und Tiere, die Menschen und ihre Lebensformen fanden den Weg in den Druck. Umgekehrt aber brachten die Entdecker und Eroberer, die Kaufleute, die Soldaten unddie Missionare zugleich mitihren Eroberungsimperativen auch die alten Angste, die Religionsdebatten, denGlauben an die magischen Wissenschaften und an die Realitat derHexen in die NeueWelt. Der Konflikt, artikuliert in Sprache und Handlung,Wort undTat, warfurvieleder"neuen" Menschen so unentrinnbar tddlich wie die Hexenverdachtigungfur eine Frauoderwie der Paktschwur fur Faust und Wagner.

"DieserAufsatzwurdeimJuni1992bei del"Konferenz Columbus und Gutenberg, veranstaltet von dem Kulturwissenschaftlichen Institut NordrheinWestfalens in Essen unter del" Leitung von Prof. Dr. Horst Wenzel (Essen), zum erstenMalevorgetragen. Ich danke allen Teilnehmern fiir ihre anregenden Kommentare. Eine erweiterte Version wird in dem Tagungsband demnachst erscheinen.

Anmerkungen

1Die SekundarliteraturzurnThemaistbesonders in den letzten Jahren urn viele gute Studien bereichert worden. Hier seien nureinige zurweiterfiihrenden Lektiire genannt: Urs Bitterli, Cultures in Conflict: Encounters between European and NonEuropean Cultures, 1492-1800. Trans. Ritchie Robertson (Stanford: Stanford UP, 1989); Die Kenntnis beider "Indien" im friihneuzeitlichen. Europa, ed. U1"5 Bitterli and Eberhard Schmitt (Munich: Oldenbourg, 1991); ein lesbarer Uberblick und einfiihrende Bibliographie bei Mary B. Campbell, The Witness and the Other World: Exotic European Trauel Writing, 4001600 (Ithaca: Cornell UP, 1988); eine Sanunlungvon guten, sehr hilfreichen Aufsitzen: First Images of America: The Impact ofthe New World on the Old, ed. Fredi Chiapelli (Berkeley: California UP, 1976); ferner Stephen Greenblatt, Marvelous Possessions: The Wonder ofthe New World (Chicago: Chicago UP, 1991); Valerie I. J. Flint, Tlu! Imaginative Landscape of Christopher Columbus (princeton: Princeton UP, 1992); Circa 1492: Art in the Age ofExploration, ed. JayA.Levinson(New Haven:YaleUP,1992);Anthony Pagden, European Encounters with the New World

(New Haven: Yale UP, 1992); Tzvetan Todorov, The Conquest ofAmerica. Trans. Richard Howard (New York: Harper and Row, 1984).

2RudolfHirsch hat nachgewiesen, daB besonders in Deutschland Reiseberichte schon sehr bald gedruckt und gelesen wurden; vgl. seinen Beitrag "Printed Reports on the Early Discoveries and Their Reception," Chiapelli 537-52.

3Bernadette Bucher, Icon and Conquest: A Structural Analysis ofthe Illustrations ofde Bry's 'Great Voyages' (Chicago: Chicago UP, 1981); vgl. auch Anm.

11.

~'Zeitung aus India Junckher Philipps von Hutten,"Historisch-Literarisches Magazin 1/2 (1785): 51-117: "... gaben uns dieser Indier Anzeigung wie diese Rivir hinab etlich Tag-ReiB Weiber wobneten, so mit den Miinnern gar kein gemeinschaft haben, dann etlich Zeit imJahr, in allerma13 und gestalt, wie manvon Amasonen schreibt, auch hitt es imBurgein anderVolckso nichtsterbenundInunortalesseyn..." (69). Hutten erwiihnt interessanterweise auch einen "Pbilosophus Faustus," der ibm ein boses Jahr vorausgesagt hatte (93), und inder Tat starb von Hutten in Ubersee. Christoph Columbus, Schiffstagebuch (Leipzig: Reclam, 1980) 51, 65, 69.

5Die NachkonunenNoahsunddie verlorengegangenen Stamme Israels sollen liber Atlantis nach Amerika gekommen sein. Wolfgang Reinhard, "Sprachbeherrschung und Weltherrschaft: Sprache und Sprachwissenschaft in der europiiischen Expansion," Humanismus und Neue Welt. Deutsche Forschungsgemeinschaft. Mitteilung der Kommission fUr Humanismusforschung 15. Ed. Wolfgang Reinhard (Weinheim: Acta Humaniora, 1987) 11.

6William C. Sturtevant, "First Visual Images of Native America," Chiapelli: 417-57; Tilman Falk, "Friihe Rezeption der Neuen Welt in der graphischen

Kunst,"Humanismus und Neue Welt: 37-65.

'Frank Lestringant, "Calvinistes et cannibales: Les tcrits protestants sur Ie Bresil francais (1555

1560)," Bulletin de la Societe de l/histoire de protes

tantieme fraJ1{XLis (1980): 9-26.

SzumDruck alsneuemMedium, dasdie KommunikationderbekanntenWelt grundsitzlichverinderte und damit soziale Veriinderungen nicht nur apiegelte, sondern auch veranlaBte, vgl. Michael Giesecke, Der Buchdruck in der frilhen Neuzeit: Eine historische Fallstudie tiber die Durchsetzung neuer Informations-und Kommunikationstechnologien. (Frankfurt: Suhrkamp, 1991) und Sinnenuxuulel, Sprachuiandel, Kulturwandel: Studien zur ~rgeschichte der Informationsgesellschaft (Frankfurt: Suhrkamp, 1992).

9Michel de Certeau, The Writing of History. Trans. 'Ibm Conley (New York: Columbia UP, 1988) 242, Anm. 52: "Travel literature has not yet been studiedsystematicallyasa greatcomplementanddisplacement ofdemonology. Yet the same etructuresare conunon to both." Girolamo Benzoni, Historia del Mondo Nuooo. Friihe Reisen und Seefahrten in Originalberichten 2 (Graz: AkademischeDruck-undVerlagsanstalt, 1962).

10Ander Tlu!il D. Johann Fausti Hietorien / von seinem Famulo ChnstoffWagner. 1593, trans. and ed. JosefFritz (Halle: Verlagder BuchhandlungdesWaisenhauses, 1919).

11Theodor de Bry et al., Historia Americas (und anderevergleichbareTitel), 13 vols. (Frankfwt 15901634). Ich habe die Exemplare der Special Collection der Washington University in St. Louis ZW" Hand gehabt: Johann Theodor de Blj', America, das ist, Erfindung und Offenbarung der Neuien Welt, deroselbigen VOlckerGestalt, Sitten Gebriiuch, Policey undGottesdienst, in dreyssig uornemste Schiffahrten kilrtzlich unnd ordentlich zusammengefasset ... (Frankfurt am Main: Nicolaus Hoffmann, 1617). Hiermitsei Holly Hall,DirectorofSpecialCollections, fiir ihre Hilfe gedankt. Vgl. auch Greenblatt 12.

12ne Certeau 227 e'primitive-civilized, nudity

clothing, ornament-finery, leisure / festival-work".

13Bitterli, Cultures in Conflict 1.

14Hans Staden, Brasilien: Die wahrhaftigeHistone der unlden, nackten, grimmingen Menschenfresser-Leute, ed. Gustav Faber, trans. Ulrich Schlemmer (Tiibingen: Erdmann, 1982) 252.

15Uhich Schmidel, Wahrhafftige Hietorien. einer wunderbarenSchiffart. Friihe Reisen und Seefahrten in Originalberichten 1 (Graz: Akademische Druckund Verlagsanstalt, 1962) 52.

16Albericus Vespucci, Von der new gefunden. Region die wol ein. weltgenennt mag uierden] Durch den Christlichen Kunig von Portugall / wunderlich erfunden (Nuremberg: Wolfgang Hueber, 1505). Augsburger Staats-und Stadtbibliothek. Die lateinische Vorlage lii13t keine Unklarheiten dariiber aufkonunen, daBas sich um den Penis handelt; es heiBt dort lapidar: "et restant eunuchi." Diese lateinische Ausgabe der Briefe, ebenfalls in der Staats-und Stadtbibliothek, wurde von dem Magister Johannes Otmar, Augsburg, im Jahre 1504 vom Italienischen ins Lateinische iibersetzt und veroffentlicht.

17Jakob Sprenger, Heinrich Institoris, Der Hexenhammer (Malleus Maleficarum), ed. and trans. J.

W. R. Schmidt (1982; Munich: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1990) 1:137; 11:78.

18Jean de Lery, Brasilianisches Tagebuch 1557 ('IUbingen: Erdmann, 1967) 266. Angezeigt sei hier auch die neue englische Ubersetzung mit vielen Anmerkungen und detaillierter Bibliographie von Janet Whatley, History ofa Voyage to theLandBrazil, otherwise called America (Berkeley: U of California P, 1990). 1m franzosischen Original heiBt es: "Cela fait [die kurze, dem Beobachter nicht sehr ernst erscheinendeTrauergebirde] les autresfemmes, etprincipalement les vieilles (lesquelles sont lesplus conuoiteuses de manger de la chair humaine que les ieunes, solicitent incessanunent tous ceux qui ont des prisonniers de les faire vistement ainsi depescher) se presentans avec de l'eau chaude qu'elles ont toute preste ..." Jean de Ury, Histoire d'un voyage fait en La terre de Bresil, ed. Claude.Jean Morisot (Geneva: Droz, 1975) 217.

19DerHexenhammer I: 158.

2OBucher, Abb. 4, 5; de Bry III (1592), Abb. 25.

21De Gerteau xxv.

22Schiffstagebuch 51, 54: "Diese Leute sind sehr sanft und schiichtern, sie laufen nackt herum, wie ich schon sagte, sind ohne Waffenund ohne Gesetz ... Es sind vollig arglose und wenig kriegerische Leute ... aIleMinnerundFrauengehennackteinher, wie ihre Miitter me zurWelt gebracht haben ... wenn fromme Ki.rchenminner hierherkiimen, die zu ihnen in ihrer Sprache reden konnten, dann wiirden sie alle aufdel" Stelle Christen werden."

23Vgl. auch meinen demniichst erscheinenden Aufsatz zum Thema: "On Finding Words: Witchcraft and the Discourses of Dissidence and Discovery,"

Daphnis (1993).

24.Whatley xvii.

25Whatley 248, Anm. 14.

26De Lery,Brasilianisches Tagebuch 279: "Dabei muB noch erwihnt werden, daBdie armenLeuteauch wihrend ihres Lebens von dem bosen Geist (den sie sonst auch 'Koagerre' nennen) heimgesucht werden. Wiederholt habe ich Leute gesehen, die sich sogar, wihrend sie zu uns sprachen, heimgesucht fiihlten undplotzlich wie Wahnsinnigeriefen: '0 weh, schiitzt uns VOl" J\ygnan! Er scbligt uns!' "

27DeBry III, Abb. 27, 29; Bucher, Abb. 6.

28DeLelj', Brasilianisches Tagebuch 281.

29Ebd. 288; zum Vergleich das Original: "Et de faict, au lieu que du commencement de ce sabbat (estant comme i'ay dit en la maison des femmes) i'auois eu quelque crainte, i'eu lors en recompense tellejoye, que nonseulementoyantlesaccordssibien mesurez d'vne telle multitude, et fut tout pour la cadence et refrain de la balade ... i'en demeuray tout ravi ..."; de Lelj', Histoire 247.

30Schmide194, 95; Vespucci 4: "Sieleben nachdel" natur dz sie wol epicuri / bauchfiiller genant werden miigen dan senici,"

31De Lery,Brasilianisches TagebuCh 281-82. ecCe que i'ay bien voulu expressement narrer en cest endroit, a fin que chacun entendre, que si les plus qu'ecIiablez Atheistes, dont la terre est maintenant couuerte par-deea, ont cela de commun avec les Toiioupnambaoultes de sevoulorfaireacroire,voire d'vne faeon encore plus estrange etbestiale qu'eux, qu'il n'y a point de Dieu ..."; de Lery, Histoire 237-38.

32Walter Haug, wfTher die Schwierigkeiten des Erzahlens in 'nachklassiecher"Zeit," Positionen des Romans im spiiten. Mittelalter, ed. Walter Haug and Burghart Wachinger (Tiibingen: Niemeyer, 1991)

339.

33Urbain Chauveton,Novae Novi Orbishistoriae, id est, rerum ab Hispanis in India Occidentali hactenus gestarum. ...(Geneva 1578); Bayrische Staatsbibliothek, Munich. Histoire Nouvelle du Nouveau Monde, contenanten somme ce que les Hespagnols ont fait iusque'a a present aux Indes occidentales ... (Geneva 1579);Bibliotheque Nationale, Paris.

34Benjamin Keen, 'The Vision of America in the Writings of Urbain Chauveton," First Images of America . . . 116-17 und die entsprechenden Anmerkungen; Josef Fritz, Ander Theil . . . xlix; Details zur Benzoni-Rezeption und zur Benutzung des BenzoniThxtes in WagnerbuCh l-liv. 1579 iibertrug Nicolaus Hoeniger Chauvetons lateinische Ubersetzung del" Historia ins Deutsche, ein Text, del"jedoch nach Fritz dem Wagnerbuchautor nicht als Quelle gedient hat

(Ii).

35Amerika als Land Satans ist nicht Chauvetons Erfindung; er hatte diese Vorstellung den Berichten del"spanischenMendikanten entnommen (Keen 116).

36Fritz li.

37Keen 109.

38The Devastation ofthe Indies: A BriefAccount,

ed. Herma Briffault, trans. Bill M. Donovan (1991).

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